News

5. The Vasaloppet Experience

by Michael Sippel

At the end of March 2019, I set my mind on taking part to Vasaloppet 2020 and I registered.

Unluckily preparation did not go as planned: snow was missing. Apart from a training camp on artificial snow at the beginning of December and a few trips to the ski-hall in Oberhof, nothing else was possible. There should have been a “training-race” for the indispensable seeding, the König Ludwig Lauf. But this race had to be cancelled- again, no snow. So, I squeezed in a spontaneous training weekend in Allgäu. But once back home, only jogging in the open air and training at the fitness studio were possible. 

Uncertainty was tangible. Am I fit? Enough for the 90km? Is there even enough snow in Sweden?

One week bevor the main event, it finally started and from that moment on, I used every chance I had to collect further kilometers on the snow and to test the material. Luckily, during the „Vasaloppets vintervecka “, I’d registered for the Vasaloppet 45 (Halvvasan) too. The conditions were icy and quick, so I reached the finish line surprised of my time of 2 hours and 35 minutes. I was satisfied of my performance.

This race-time brought another advantage, as I managed to start with group 6 in the Sunday main race, and not with group 10. 
Finally, Sunday came. The alarm rang in the middle of the night at 1 AM, they said we should leave early. I understood why as soon as we arrived at the start area by bus. It was 4:45 AM and there was already a lot going on for such an early hour, because everyone wanted to be the first entering their start wave. I managed to reach the second line within my wave – very well. Afterwards, I went back to the bus to gain strength before the race, because exactly that night, natural snow started to fall, a nightmare for every skier at the start: everyone knew that it was going to be a slow race.

When the start shot banged at 8 o’clock it meant first of all to be careful: look out for your gear. It is usually somewhat hard-wired, when 14.000 people start together. I was lucky and could ski with my own gear to reach the finish line. I was quite surprised at how everything worked well. I could climb over the first hill quite smoothly and then my tactic started: ski calmly, no stressed pace, 90km are long, you are not “winning” them during the first stretches.

After some time, the big amount of fresh snow became noticeable, since taking someone over was almost impossible. The slope next to the “groomed” tracks wasn’t smooth, so taking someone over was hardly doable. The only thing to do was queue up one after the other and try not to miss too much time at the feeding stations. I want to be sincere: over 90km it is a problem when you are not able to go as you wish. But either way you get to the finish (8 hours and 15 minutes). Not particularly fast, but still I finished. It was an experience for me. An experience that is calling to be repeated!?

Original version (German)

Erlebnis Vasaloppet

Ende März 2019 habe ich mir in den Kopf gesetzt, am Vasaloppet 2020 teilzunehmen und habe mich angemeldet.

Leider verlief in der Vorbereitung nicht alles wie erhofft: Schnee fehlte. Neben einem Trainingscamp auf Kunstschnee Anfang Dezember und wenigen Ausflügen in die Oberhofer Skihalle war für mich nichts möglich. Ein „Trainingswettkampf“ für das notwendige Seeding sollte folgen: der König-Ludwig-Lauf. Doch dieser musste abgesagt werden – kein Schnee. So schob ich ein spontanes Trainingswochenende im Allgäu ein. Wieder zu Hause waren nur das Joggen in der Natur und das Training im Fitnessstudio möglich.

Unsicherheit war zu spüren. Bin ich fit? Reicht es für die 90 km? Gibt es überhaupt genügend Schnee in Schweden?

Eine Woche vor dem Hauptlauf ging es schließlich los und fortan wurde jede Gelegenheit genutzt, Schneekilomenter zu sammeln und das Material zu testen. Gut war es, dass ich mich während der „Vasaloppets vintervecka“ für den Vasaloppet 45 (Halvvasan) angemeldet habe. Die Bedingungen waren eisig und schnell und so war ich im Ziel über meine Zeit von 2:35 Stunden erstaunt, denn damit hätte ich selbst nicht gerechnet. Für mich war ich zufrieden.

Ein weiterer Vorteil hatte diese Zeit, denn beim großen Hauptlauf am Sonntag musste ich nicht aus der 10. Startgruppe starten, sondern schaffte es in die 6. Startgruppe.

Schließlich war es Sonntag. Um 1.00 Uhr nachts klingelte der Wecker, denn es hieß, dass wir frühzeitig wegfahren müssten. Wieso das so sein musste, sah ich, als wir mit dem Bus im Startbereich ankamen. Für eine Uhrzeit gegen 4:45 Uhr war dort schon ganz schön viel Betrieb, denn jeder wollte als erstes in seinem Startblock sein. Für mich hieß das zweite Startreihe in meinem Block – zufriedenstellend. Danach ging es wieder in den Bus, um sich für den Lauf zu stärken, denn pünktlich in dieser Nacht kam der Naturschnee, ein Grauen für jeden Starter, denn man wusste sofort, dass es langsam wird.

Als um 8.00 Uhr der Startschuss gefallen ist, hieß es erst einmal aufpassen: nur keinen Materialschaden. Wenn 14000 Menschen auf einmal starten, ist das nämlich meistens vorprogrammiert. Ich hatte Glück und konnte mit meinem eigenen Material das Ziel erreichen. Überhaupt war ich überrascht wie gut alles funktionierte. Den ersten Berg konnte ich noch „zäh fließend“ erklimmen und dann folgte ich meiner Taktik: ruhig laufen, kein überzogenes Tempo, 90 km sind lang, die „gewinnt“ man nicht auf der ersten Teilstrecke.

Der viele Neuschnee war irgendwann spürbar, denn überholen war fast unmöglich. Neben den ausgefahrenen Spuren war es sehr stumpf, sodass ein vorbeikommen schwer möglich war. Es hieß dann wieder hinten einreihen und bei den Verpflegungsstationen nicht zu viel Zeit verlieren. Ich möchte ehrlich sein: über 90 km ist es ein Problem, wenn man nicht kann wie man möchte. Aber auch so erreicht man das Ziel (8:15 Stunden). Nicht sonderlich schnell, aber ich bin angekommen. Es war für mich ein Erlebnis. Ein Erlebnis, das nach Wiederholung schreit!?

< Back